26.05.2010

SYMPOSIUM „KUNST FÖRDERT WIRTSCHAFT“

Pressemitteilung

Datum: 26.05.2010

Wie entstehen Innovationen und welche Rolle spielt dabei die „Kunst“?

Interdisziplinäres Symposium „Kunst fördert Wirtschaft“ widmet sich der Innovationsforschung
Dortmund. Die [ID]factory, Zentrum für Kunsttransfer der TU Dortmund, veranstaltet am 21. & 22. November 2010 in der DASA Dortmund ein interdisziplinäres Symposium zum Thema „Kunst fördert Wirtschaft“. Im Mittelpunkt des Kongresses wird die Frage des Transfers künstlerischer Denkprozesse und Methoden in außerkünstlerische Felder wie Wissenschaft und Wirtschaft diskutiert. Die Vortragenden sind renommierte Wissenschaftler, Künstler und Querdenker aus verschiedensten Disziplinen, unter anderem der Mediziner Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer, der Neurologe Prof. Dr. Gerald Hüther, der Physiker Prof. Dr. Metin Tolan und die Choreographin Reinhild Hoffmann. Eröffnet wird die Veranstaltung durch Dr. h.c. Fritz Pleitgen, Geschäftsführer der RUHR.2010 und der Rektorin der TU Dortmund, Prof. Dr. Ursula Gather.
Technischer und organisatorischer Fortschritt sind die wichtigsten Quellen des Wachstums unserer Wirtschaft. Innovationsprozesse sind von großer ökonomischer, sozialer und politischer Bedeutung. Wie entstehen aber Innovationen und welche Rolle spielt dabei die „Kunst“? Dieser Frage widmet sich die [ID]factory an der Fakultät für Kunst und Materielle Kultur der TU Dortmund und lädt am 21. und 22. November in die DASA Dortmund zum interdisziplinären Diskurs zu diesem Thema ein.
Wer über Kunst spricht, denkt vorwiegend an die Endprodukte wie Bilder und Skulpturen, oder aber an berühmte Produzenten, Künstler wie Picasso, Michelangelo oder Beuys. Kunstprodukte werden als Ware gehandelt, zieren Chefetagen und Vorhallen großer Unternehmen und öffentlicher Gebäude. Die Wirtschaft nutzt Kunst als dekoratives Element und tritt als Sponsor, Mäzen und Förderer von Kunst und Künstlern auf.

In die gleiche Richtung bewegen sich Künstler, wenn sich als „Kunstunternehmer“ etablieren und ihre Produkte mit Methoden des modernen Marketings vertreiben. Beiden gemeinsam ist die Einbahnstraße „Wirtschaft fördert Kunst“ oder auch „Wirtschaft kauft und nutzt Kunst“. Die [ID]factory ist ein bundesweit einmaliges Modellprojekt der TU Dortmund und forscht seit 2003 in umgekehrter Richtung. Unter der Leitung von Prof. Ursula Bertram, Professorin für Plastik und interdisziplinäres Arbeiten an der Fakultät für Kunst, widmet sich die „Ideenfabrik“ den bisher wenig beachteten Prozessen der künstlerischen Erkenntnisgewinnung, die zu Kunstwerken führen. Das
interdisziplinäre Team stellte fest, dass die der Kunst innewohnenden non-linearen Prozesse auch elementare Bestandteile bei der Entwicklung von wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Innovationen sind. Dass non-lineare Kompetenzen bisher nicht Thema des wissenschaftlichen Diskurses sind, mag daran liegen, dass sich solche Denkprozesse von ihrer Natur her wissenschaftlichen Untersuchungsmethoden entziehen. Dabei beinhalten alle großen Erfindungen immer einen Moment der Intuition, eine Erkenntnis über den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Zusammenhänge hinaus, beinhalten also Elemente des künstlerischen Denkens. Große Erfinder und Querdenker sind deshalb erfolgreich, weil sie auf der Basis eines profunden Wissens gelernt haben „wegzudenken“, Denk-Klischees über Bord zu werfen und Neuland zu betreten, so wie es eben erfolgreiche Künstler praktizieren. Die Frage nach der Rolle des kreativen Denkens und Handelns als Innovationskompetenz steht im Mittelpunkt des zweitägigen Symposiums. In
wieweit ist „künstlerisches Denken“ verantwortlich für nachhaltig erfolgreiche Leistungsprozesse und wirtschaftliche Entwicklung? Sind alle Prozesse wissenschaftlicher Erfolge wissenschaftlich? Welche neuen Zukunftsperspektiven lassen sich daraus ableiten? Hat Einstein Recht, wenn er sagt: „Wenn man nicht gegen den Verstand verstößt, kann man zu überhaupt nichts kommen“? Die These
lautet, dass in den Denkansätzen erfolgreicher Querdenker aus den unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen künstlerisches Denken eine erhebliche Rolle spielt. Folglich würden der Einbezug und die Vermittlung nonlinearer Kompetenzen als Kernkompetenz der Kunst die Innovationskraft und die wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig stärken. Die IDfactory hat in Kooperation mit der DASA Dortmund, dem BfI Büro für Innovationsforschung Mainz und dem Grönemeyer-Institut Bochum renommierte Querdenker aus den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft und Kunst zum interdisziplinären Diskurs dieser Fragen eingeladen. Vortragende und Diskussionspartner sind unter anderem Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer (Mediziner, Bochum), Reinhild Hoffmann (Choreografin, Berlin), Prof. Dr. Gerald Hüther (Neurobiologe, Göttingen), Prof. Dr. Gerhard Kilger (Physiker und Philosoph, Leiter der DASA), Albert Schmitt (Deutsche Kammerphilharmonie Bremen), Dr.- Ing. Werner Preißing (Architekt und Systemanalytiker, Büro für Innovationsforschung Mainz), Prof. Dr. Metin Tolan (Physiker, TU Dortmund), Eckard Foltin (Innovationsmanager, Leverkusen), sowie Prof. Ursula Bertram (Künstlerin, [ID]factory, TU Dortmund).
Das Symposium ist Programmbestandteil der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 und richtet sich an Wissenschaftler, Unternehmer und Studierende aller Fachgebiete und Branchen.

Weitere Informationen, Programm und Anmeldungen unter www.id-factory.de.

Abdruck frei, Beleg erbeten.
Weitere Informationen:
IDfactory - TU Dortmund
Leonhard-Euler-Str.4
44227 Dortmund
Tel.: 0231-755-4246
Fax: 0231-755-4249
E-Mail: id-factory.fk16@tu-dortmund.de
Internet. www.id-factory.de oder www.id-factory.blogspot.com
Foto Flyer: Mark Wohlrab Bildunterschrift: „Unternehmenskultur IV“ von Alischa Leutner (IDfactory))

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